Die N-11-Währungen

Neben Anleihen und Aktien bieten Währungen eine weitere Möglichkeit zur Portfoliodiversifikation. Allerdings war diese Anlageklasse in der Vergangenheit für Privatinvestoren nicht problemlos zugänglich. Zwar konnten Anleger mit Fremdwährungskonten oder durch den Kauf von Anleihen in ausländischer Währung an dieser Anlageklasse partizipieren. Doch gerade bei Investments in Währungen aus Emerging Markets waren der Aufwand gross (Fremdwährungskonten), die Liquidität begrenzt und/oder die Gebühren hoch. Insbesondere Währungen aus Schwellenländern machen aber vor dem Hintergrund einer breiteren Portfoliodiversifikation Sinn. Sie erleben an den internationalen Devisenmärkten des Öfteren deutliche Kursveränderungen. Gerade in einem Marktumfeld mit zunehmender Volatilität kann sich die Risikoneigung internationaler Anleger verändern und so zu Mittelabflüssen aus den Schwellenländern führen. Dies hat eine direkte Auswirkung auf die jeweilige Währung – sie verliert an Wert. Hieraus können sich interessante Möglichkeiten für Investoren ergeben, die nach einer solchen Kurskorrektur eine positive Entwicklung des Wechselkurses erwarten.
Im Unterschied zu Aktien spiegeln Währungen nicht nur die Entwicklung einzelner Unternehmen wider. Bei der Entwicklung einer Währung spielen makroökonomische Faktoren wie beispielsweise die Handelsbilanz, die Inflationsrate oder der Haushalt des jeweiligen Landes eine Rolle. Die N-11-Länder verzeichnen seit mehreren Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten. In den nächsten Jahrzehnten könnten diese Staaten zu den 20 führenden Wirtschaftsnationen weltweit aufsteigen. Seit geraumer Zeit bietet Goldman Sachs Zertifikate an, mit denen Investoren einen liquiden, transparenten und kostengünstigen Zugang zur Anlageklasse Währungen bekommen. Nachfolgend finden Sie einen kurzen Überblick über ausgewählte Währungen.
Neue Türkische Lira

Das offizielle Zahlungsmittel in der Türkei ist seit dem 1. Januar 2005 die Neue Türkische Lira (TRY): Mit einer Währungsreform wurde 1 Million (alter) Türkischer Lira durch 1 Neue Türkische Lira ersetzt. Nach Zeiten hoher Inflation bemüht sich die Regierung in Ankara auch im Hinblick auf einen möglichen EU-Beitritt um Stabilität. Während die jährliche Teuerungsrate in den Jahren von 1994 bis 2002 zwischen 45% und 106% schwankte, prognostizierte der IWF für 2008 eine Inflationsrate von etwa 7,5%. Ende August 2008 kostete ein Euro 1.75 Türkische Lira, für einen Schweizer Franken musste man knapp 1.10 Türkische Lira bezahlen.
Indonesische Rupiah

Das offizielle Zahlungsmittel in Indonesien ist die Rupiah (IDR). Früher erfolgte noch eine Unterteilung in Sen. Die „kleine Währung“ wird heute allerdings nicht mehr verwendet. Der Wechselkurs der Indonesischen Rupiah wird frei am Markt gebildet. Erforderlichenfalls interveniert die Zentralbank. Nach einer zwischenzeitlichen Talfahrt im Jahr 2005 hat sich die indonesische Währung wieder stabilisiert. Ende August 2008 kostete ein Euro etwa 13'500 Rupiah. Ein ähnliches Bild zeigt der Wechselkursverlauf gegenüber Schweizer Franken, der Ende August 2008 etwa 8‘400 Rupiah kostete.
Koreanischer Won
Der Südkoreanische Won (KRW) gilt als eine der stabilsten Schwellenländerwährungen. Der Grund hierfür sind die soliden Wirtschaftsdaten der Exportnation. Im vergangenen Jahr wuchs das Bruttoinlandsprodukt nach Angaben des IWF um 5.0%. Die Inflationsrate war mit 2.5% ausgesprochen niedrig. Allerdings hat die koreanische Währung seit Anfang 2007 gegenüber Euro und Schweizer Franken etwas nachgegeben. Ende August 2008 kostete ein Euro rund 1’600 Südkoreanische Won. Für einen Schweizer Franken waren etwa 993 Won zu bezahlen.
Mexikanischer Peso

Der Peso (MXN) – unterteilt in 100 Centavos – ist die offizielle Währung Mexikos. Die Währung ist frei handelbar. Doch die mexikanische Notenbank bemüht sich traditionell um eine gewisse Nähe zum US-Dollar. Seit gut vier Jahren pendelt der Wechselkurs um die Marke von 11 Peso je US-Dollar, er lag Ende August 2008 knapp über 10 Peso je US-Dollar. Ein Grund hierfür ist die Wichtigkeit des US-Marktes für Mexiko. Mehr als 80 Prozent der Exporte gehen an den nördlichen Nachbarn. Der Mexikanische Peso hat sich auch aufgrund des verbesserten Wirtschaftsumfeldes stabilisiert. Ein Euro kostete Ende August 2008 knapp 15 Peso, ein Schweizer Franken kostete etwa 9.30 Peso.
Philippinischer Peso

Das offizielle Zahlungsmittel auf den Philippinen ist der Peso (PHP), der sich in 100 Sentimos unterteilt. Ende August 2008 kostet ein Euro etwa 67.5 Philippinische Peso. Die Währung hat seit Anfang 2005 gegenüber dem Euro an Wert gewonnen, hat aber im ersten Halbjahr 2008 wieder etwas nachgegeben. Gegenüber dem Franken lag der Philippinische Peso Ende August 2008 bei knapp 42 Peso je Schweizer Franken. Zuvor galt der Philippinische Peso als „Weichwährung“, die regelmässig abgewertet wurde und während der Asienkrise etwa die Hälfte ihres Wertes einbüsste. Dabei ist die Inflationsrate auf den Philippinen schon seit dem Jahr 1992 einstellig.