Russischer Rubel

Einem Russischen Rubel (RUB) entsprechen als Untereinheit 100 Kopeken. Nach starker Inflation in den Neunzigerjahren wurde im Jahr 1998 eine Währungsreform durchgeführt, bei der 1'000 alte Rubel (RUR) durch je einen neuen Rubel (RUB) ersetzt wurden. Auf die Freigabe des Rubelkurses am 17. August 1998 folgte eine Währungskrise, die dem Muster vieler Krisen in anderen Ländern ähnelte. Es bauen sich Instabilitätspotenziale auf, deren Zusammenwirken den Ausbruch einer Krise beschleunigt. Ein Faktor ist zum Beispiel die Abwertung der inländischen Währung, die dann bei Schulden in fremder Währung als Folge den realen Schuldenbetrag erhöht. Die Kosten der Rubelkrise waren insbesondere für Russland hoch. Das reale BIP nahm 1998 um 4.6% ab, die Investitionen schrumpften auf minus 6.7%, die Inflation erhöhte sich auf 85.5%. Der Anteil der in Armut lebenden Personen an der Gesamtbevölkerung hatte sich von rund 20% vor der Krise um etwa 10% erhöht.
Die russische Wirtschaft hat sich vom Produktionseinbruch im Zuge der Finanzkrise des Jahres 1998 allerdings rasch erholt. Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um rund 5% wurde schon 1999 aufgeholt. Von 1999 bis 2005 ist die gesamt wirtschaftliche Produktion pro Jahr um durchschnittlich rund 6.5% gewachsen. Im Jahr 2006 wuchs das BIP um 6.7%. Für 2007 und 2008 erwartet der IWF Steigerungsraten von 6.4% bzw. 5.9%. Während Ende der Neunzigerjahre die deutliche Abwertung des Rubels die Wirtschaft ankurbelte, waren es im neuen Jahrtausend die boomenden Rohstoffmärkte, die Russlands Ökonomie begünstigten. Das riesige Land ist reich an Erdöl, Erdgas und Erzen. Da grosse Teile der Rohstoffeinnahmen in der Staatskasse landen, konnte der Kreml den Haushalt konsolidieren. Auch die Leistungsbilanzen waren infolge der hohen Rohstofferlöse deutlich positiv. Von 2004 bis 2006 betrug der Leistungsbilanzüberschuss durchschnittlich 10.2% pro Jahr. Die Inflation blieb indes höher als in anderen Emerging Markets, allerdings mit rückläufiger Tendenz. In den Jahren 2000 und 2001 lag die jährliche Teuerungsrate noch über 20%. 2006 war sie mit 9.7% bereits einstellig. Für das laufende und das nächste Jahr rechnet der IWF mit Inflationsraten von 8.1% bzw. 7.5%.
Ein Grund für die recht hohe Inflation war die Wechselkurspolitik der russischen Zentralbank. Um eine aus einer raschen Aufwertung des Rubels resultierende Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit zu verhindern, intervenierte die Notenbank am Devisenmarkt. Sie kaufte die Russland mit den hohen Leistungsbilanzüberschüssen zufliessenden Devisen gegen Rubel auf. Die umlaufende Rubelgeldmenge stieg stark, was die Teuerungsrate nach oben trieb. Seit dem 1. Februar 2005 ist der Rubel nicht mehr ausschliesslich an den US-Dollar gebunden, sondern an einen dualen Währungskorb, der zunächst aus 90% US-Dollar und 10% Euro bestand. Inzwischen wurde der Anteil des Euro im Währungskorb erhöht. Der Rubel weist bereits seit Jahren eine hohe Korrelation zum Euro auf. Bereits seit Anfang 2003 pendelt der Wechselkurs um die Marke von 35 Rubel je Euro. Im Zuge der Euroaufwertung gegenüber dem Dollar stieg auch der Wert des Rubels gegenüber der US-Währung. Anfang 2003 kostete ein US-Dollar noch knapp 32 Rubel. Ende August 2008 waren es noch etwa 24,60 Rubel. Gegenüber dem Schweizer Franken hat der Rubel in den letzten anderthalb Jahren zeitweilig an Wert verloren, zuletzt aber wieder etwas aufgeholt. Ende August 2008 kostete ein Schweizer Franken rund 22,40 Rubel.
Historie Wechselkurs EUR/RUB
